Die größten Mythen über weibliche* Lust

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Wir fordern: Weibliche* Lust soll nicht länger hinter Tabus und Scham verschwinden! Fangen wir damit an, festgefahrene Mythen und quatschige Irrglauben über Sex und Lust von Frauen* abzuschaffen!

Hinweis: Viele der Mythen beziehen sich auf Personen mit Uterus/Vulva. Das betrifft nicht alle Menschen, die sich als weiblich* bezeichnen würden – trans Frauen zum Beispiel. Die Schreibweise Frauen* und weiblich* soll verdeutlichen, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Geschlechter sind auch sozial hergestellt und angeeignet, das soziale Geschlecht (Gender) ist nicht naturgegeben.

Eine (kleine) Auswahl der Mythen über weibliche* Lust

„Wenn eine Frau* feucht wird, dann hat sie auch Lust! Umgekehrt: Wenn eine Frau* trocken ist, hat sie keine Lust.“ Das ist Quatsch. Richtig ist: Vaginale Trockenheit kann unterschiedliche Ursachen haben. Gleitgel kann helfen, Sex zu erleichtern und Schmerzen zu verhindern. 

„Frauen* erreichen einen Orgasmus nur über den „G-Punkt“ oder Penetration. Am Orgasmus kann man sehen, wie gut der Sex für die Frau* war. Eigentlich ist Ihnen ein Orgasmus aber gar nicht so wichtig. Weibliche* Lust ist so kompliziert!“ Das ist Quatsch. Richtig ist: Sex kann ohne Orgasmus heiß, schön oder „gut“ sein. Es gibt aber keinen einzelnen Punkt, den man einfach stimulieren kann, um zum Orgasmus zu kommen. Jede Frau* hat aber erogene Zonen, die beim Berühren, Küssen oder bei Stimulation die sexuelle Erregung steigern können. Spricht mit deinen Sexpartner*innen offen darüber, was dir gefällt. Denn: Lust und Sexuailtät sind individuell und verändern sich – bei Frauen* und auch bei Männern.

„Wenn du als Frau* eine Geschlechtskrankheit hast, bist du billig oder notgeil.“ Das ist Quatsch. Richtig ist: Alle können Geschlechtskrankheiten bzw. sexuell übertragbare Infektionen (STI) bekommen. Das ist ganz normal, wenn man Sex hat. Es gibt verschiedene STIs, aber alle sind behandelbar. Wichtig ist, STIs früh zu erkennen. Die meisten werden erst dann gefährlich, wenn sie jahrelang unentdeckt im Körper bleiben können. Wenn Du häufig und/oder mit verschiedenen Partner*innen Sex hast, solltest Du auch ohne Symptome mindestens einmal im Jahr zum Test. Wenn Du auffällige Veränderungen deiner Haut oder Schleimhaut im Intimbereich, Schmerzen beim Pinkeln, oder andere Symptome hast, solltest Du direkt zu einem Arzt oder einer Ärztin.

Schwangere Frauen* können keinen Sex haben, weil das das ungeborene Kind gefährden könnte. Wenn eine Frau* mal Mutter ist, dann wars das mit dem guten Sex. Nach der Monopause und im Alter ist Sex bei Frauen* kein Thema mehr. Das ist Quatsch. Richtig ist: In einer Schwangerschaft ist Sex bis ins dritte Trimester ohne Probleme möglich, das Baby ist gut geschützt. Und auch wenn sich Sexualität und Lust im Laufe des Lebens verändern können, sie gehen nicht ganz weg. Mehr Infos gibt es zum Beispiel hier

Frauen mögen – wenn überhaupt – nur soften Sex und haben viel weniger Bock auf Sex als Männer. Selbstbefriedigung ist bei Frauen* nur ein schlechter Ersatz für „richtigen“ Sex mit Männern. Außerdem brauchen Frauen* immer eine tiefe emotionale Bindung zu ihrem Sexpartner. Und einen großen Penis. Das ist Quatsch. Richtig ist: Worauf Frauen* beim Sex stehen oder Lust haben, ist individuell und folgt keinen Regeln. Härter, softer, Penetration, keine Penetration, Sex mit mehreren oder alleine, Sex mit Gefühlen oder ohne – alles ist möglich und gleichwertig.

Welche Mythen fallen dir noch ein? Schreibe uns an info@aidshilfe-bw.de.