Späte HIV-Diagnosen vermeiden – lass dich auf HIV testen!

pexels-laura-tancredi-7065252_2

Viele Frauen erfahren von einer HIV-Infektion erst sehr spät. Oft bieten Ärzt*innen Frauen erst dann einen HIV-Test an, wenn schwere Erkrankungen auftreten. Bleiben HIV-Infektionen längere Zeit unerkannt und folglich unbehandelt, kann dies zu nachhaltigen Gesundheitsschäden führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verhindern hingegen solche Spätfolgen.

Frauen zählen nicht zu den klassischen Betroffenengruppen von HIV, wie beispielsweise Drogenkonsument*innen oder Männer, die Sex mit Männern haben. Das führt auch dazu, dass Ärzt*innen typische HIV-Symptome in diesen Fällen nicht beachten oder falsch deuten. So bleibt das rechtzeitige Testangebot aus. Auch das Alter ist ein Faktor: Bei Frauen über 40 kommt es mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Spätdiagnosen. Zusätzlich scheuen sich viele Patient*innen durch Vorurteile über HIV, aktiv nach einem Test zu fragen.

Dabei können Menschen mit HIV heute gut und lange leben. Voraussetzung dafür ist aber eine möglichst frühe Erstdiagnose und ein rechtzeitiger Therapiebeginn. Wenn HIV sehr spät, möglicherweise erst im Stadium Aids, erkannt und so das Immunsystem nachhaltig geschädigt wurde, hat man nicht dieselben Voraussetzungen, wie jemand, bei dem frühzeitig HIV festgestellt wurde. Das lässt sich vermeiden, wenn rechtzeitig getestet wird. Vor allem bei Frauen wird diese Chance für die Gesundheit aber häufig verpasst.

Noch weiterer Punkt spricht für einen frühen Therapiebeginn: Unter Behandlung kann HIV nicht übertragen werden – auch nicht beim Geschlechtsverkehr ohne Kondom oder Femidom. Im Alltag ist ohnehin keine Übertragung möglich.

Nur wer informiert ist, kann sich selbst und andere am besten schützen. Beratungen vor Ort finden in den baden-württembergischen Aidshilfen und Zentren für sexuelle Gesundheit statt: www.checkpoint-bw.de