PrEP ist auch für Frauen* da!

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Neben dem Schutz durch Kondom oder Femidom, welches vor dem Sex in die Vagina eingeführt wird, gibt es eine weitere Schutzmethode für HIV-negative Menschen – die Prä-Expositions-Prophylaxe – kurz: PrEP.

Die medizinische HIV-Vorbeugung PrEP nimmt man vor, während und nach einem möglichen Kontakt mit HIV ein. So ist man vor einer HIV-Infektion geschützt, falls HIV in den Körper gelangt. Sie kann als tägliche Tablette dauerhaft oder für kurze Zeit eingenommen werden.

Vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, nutzen die PrEP. Ungefähr 40.000 Menschen in Deutschland schützen sich damit schon selbstbestimmt und hochwirksam vor HIV. Außerhalb dieser Gruppe ist die PrEP noch nicht sehr bekannt. Dabei können sich mit der PrEP grundsätzlich alle Menschen vor HIV schützen, auch unabhängig von der geschlechtlichen Identität und der sexuellen Orientierung.

Sollte beispielsweise beim Kondom- oder Femidomgebrauch etwas missglücken, schützt die PrEP. Das Medikament schützt auch, wenn die Sexualpartner*innen auf diese Barrieremethoden verzichten möchten. Für viele Frauen* ermöglicht die PrEP selbstbestimmt gelebte Sexualität, da man nicht auf das Verhalten der Sexualpartner*in angewiesen ist, sondern seinen Schutz selbst in der Hand hat.

Schon jetzt tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer PrEP-Therapie. Private Krankenkassen erstatten die Kosten nicht immer.

Um die Einnahme der PrEP zu vereinfachen und vereinheitlichen, hat die Deutsche Aidshilfe kürzlich erst neue Anleitungen zum PrEP-Start, zur PrEP-Einnahme und zum PrEP-Stopp herausgegeben. Informationen dazu gibt es hier.

Leider sind die Wartelisten in PrEP-verschreibenden Praxen oft sehr lang. Die Nachfrage übersteigt maßgeblich das Angebot, auch in Baden-Württemberg. Damit die Schutzmethode auch von Frauen* genutzt werden kann, muss das Medikament weiterhin bekannt gemacht werden, damit Frauen* überhaupt von der PrEP profitieren können.